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Polizei stürmt Bauernhof wegen Luftgewehr

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Ich habe lange mit mir gerungen. Soll ich die Ereignisse am Muttertag publik machen oder behalte ich diese einfach für mich? Nach reiflicher Überlegung und Beratung mit meiner Frau habe ich beschlossen, euch davon zu erzählen. “Polizei stürmt Bauernhof wegen Luftgewehr” hört sich stark nach Clickbait an. Also danach, dass ich eine reißerische Überschrift verwendet habe, um Leser zum Öffnen des Beitrages zu motivieren.

Auch wenn man mit Clickbaiting auf YouTube und in Blogs kurzfristig hohe Aufrufzahlen erzielen kann, entscheide ich mich bewusst dagegen, um euch Zuschauer nicht zu verärgern.

 

Der Bauernhof, auf dem ich Luftgewehr schieße

In meinem Beitrag und Video “Luftgewehr VLOG #6” habe ich euch den Bauernhof vorgestellt, auf dem ich mir meinen Schießstand eingerichtet habe. Auf diesem kann ich Ziele mit einer Entfernung von bis zu 25 m beschießen.

In diesem Video zeige ich auch, dass ich alles dafür unternommen habe, dass ich mein Hobby dort rechtssicher betreiben kann. Nach dem Video haben wir sogar noch einmal die Sicherheit erhöht und den Ausgang der Garage aus der wir schießen ab 1,40 Meter Höhe mit Brettern nach oben hin zugemacht. So kann es auch nicht passieren, dass im sitzenden oder liegenden Anschlag ein Diabolo das Grundstück verlassen kann.

Bisher haben wir allerdings nur vom Schießtisch aus unsere Luftgewehre geschossen. Das heißt, wir hätten diese Sicherheitsstufe nicht einbauen müssen.

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Die Sicherheit rund um das Luftgewehrschießen

Es gibt eine Menge Vorschriften die den Umgang mit dem Luftgewehr regulieren. Wo darf man schießen, was muss man bei der Aufbewahrung beachten etc.

Ich nehme diese alle sehr ernst. Seit dem Tag als ich mein erstes Video auf YouTube hochgeladen habe ist mir bewusst, dass es irgendwann zu einer Kontrolle durch die Behörden kommen kann. Wenn man sich entscheidet, sich mit Texten und vor allem Videos in der Öffentlichkeit zu äußern, dann könnte es natürlich auch passieren, dass ein Spielverderber den Behörden einen Vorschlag macht, sich einmal bei mir genauer umzuschauen.

Dessen war ich mir zu jedem Zeitpunkt bewusst. Aus diesem Grund habe ich mich über die Rechte und Pflichten beim Luftgewehrschießen sehr genau informiert und halte mich auch daran. Eigentlich tue ich viel mehr als vorgeschrieben dafür. Ich will einfach nicht, dass mir das Schießen und YouTuben genommen wird. Das ist mein größtes Hobby und hier habe ich viel Geld und sehr viel Zeit investiert.

 

Muttertag, 12. Mai 2019 – Polizei stürmt Bauernhof

Für den Sonntag hatte ich mit meiner Familie vor, auf ein Feuerwehrfest zu gehen. Da meinem Sohn zuhause nur die Decke auf den Kopf fällt, sind wir praktisch an jedem freien Tag irgendwo unterwegs. Das ist gut für sein Gemüt und somit auch für meine Stimmung. Wir wollten gerade los als mein Kumpel, der Besitzer des leerstehenden Bauernhofs, den ihr aus dem Video kennt, mich angerufen hat.

Er hat mich darum gebeten, dass ich ihm sein neues Zielfernrohr seiner alten Weihrauch einschieße. Zum Glück konnte ich ihn vor ein paar Monaten mit unserem tollen Hobby infizieren. Seitdem war er zur Entspannung in größeren Abständen immer mal wieder auf dem Bauernhof, um ein paar Scheiben zu lochen.

Da dieser sowieso auf unserem Weg lag, haben wir uns kurzfristig dort verabredet.

Meine Frau hat sich in der Zeit mit seinem und unserem Sohn abgeseilt und wir haben uns sein Luftgewehr geschnappt. Ich will meinem Sohn mein Hobby noch vorenthalten. Ich habe zwar nichts zu verbergen, habe aber Angst, dass er in seinen Kindergarten marschiert und dort erzählt wie der Papa mit dem Gewehr schießt. Irgendwann später hoffe ich natürlich, dass wir uns gemeinsam das Hobby teilen können.

Ich habe das Zielfernrohr dann fix eingeschossen, noch ein paar Schuss zur Kontrolle gemacht und ein paar Minuten Smalltalk gehalten.

Dann haben wir uns auf den Weg gemacht zum Feuerwehrfest.

Das leckere Steak

Mein Sohn hatte großen Hunger. Ihm habe ich natürlich das erste Steak geholt und es dann kalt gepustet. Er war gerade genüßlich dabei sich ein paar Pommes rein zu drücken, da klingelt mein Telefon.

Mein Kumpel ruft vom Bauernhof an. Hat er das Gewehr schon wieder kaputt gemacht? Oder funktioniert etwas daran nicht mehr?

Leicht aufgeregt erzählt er mir was gerade passiert war:

Ein 4-köpfiges USK-Team der Polizei hatte den Bauernhof gestürmt. Sie haben meinen Kumpel angeschrien das Luftgewehr wegzulegen und sich von diesem zu entfernen. Dann haben sie gefragt, ob noch mehr Personen auf dem Grundstück sind.

Sein 12-jähriger Sohn ist natürlich erst einmal in Tränen ausgebrochen. Hastig haben sich die Polizisten in der Garage, Waschküche, im Stall und in der Scheune umgeschaut. Als sie sicher gestellt haben, dass keine weiteren Personen oder Waffen auf dem Grundstück sind, hat sich die Lage beruhigt.

 

Wieso kam es zu dem Einsatz der Polizei auf dem Bauernhof

Vor ein paar Monaten hatte ich an einem Samstagmorgen auf dem Bauernhof trainiert. Es hat an dem Tor geklopft, das ich jedes Mal wenn ich dort schieße natürlich verschließe.

Der Nachbar, den ich bisher noch nicht kannte, stand da und hat um Einlass gebeten. Dieser ist seit Jahrzehnten ein Bekannter der Familie und hat dort Anhänger, Baumaterial und andere Sachen in der Scheune gelagert. Das war schon so als der Opa meines Kumpels noch dort gelebt hat.

“Ich möchte nur gerade meinen Anhänger aus dem Stall holen”. Wir sind gemeinsam an der Garage vorbeigelaufen, in der mein Equipment auf dem Tisch und Stuhl gelegen war. Ich habe ihm geholfen den Hänger vom Hof zu transportieren und habe das Tor hinter ihm wieder verschlossen.

Am nächsten Tag hat mein Kumpel mich angerufen und von einem Telefonat mit ihm berichtet. Er war besorgt um seine Sicherheit. Mein Kumpel hat ihm dann genau erklärt, dass wir dort mit Luftgewehren bis 7,5J schießen und alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen haben, dass nicht einmal theoretisch ein Diabolo das Grundstück verlassen kann.

Damit war dann alles gut. Dachten wir.

Wie die Polizei dann berichtet hat, hatte er am Muttertag dann den Notruf gewählt und gesagt, dass auf dem Grundstück geschossen wird. Die Polizei hat dann richtig gehandelt und den Bauernhof gestürmt.

Nachdem die Durchsuchung und Befragung beendet war und die Personalien meines Kumpels aufgenommen waren, hat die Polizei den Nachbarn auf die Situation angesprochen. Dieser wusste ja mit was da geschossen wird. Weshalb hat er andere Tatsachen vorgetäuscht und somit diesen Einsatz ausgelöst?

 

Das Nachspiel

Die Polizei hat sich dann an dem Einsatztag mit den Sätzen “Ihr könnt hier weiter schießen, alles ist ordnungsgemäß, einen schönen Muttertag noch” verabschiedet.

Das Schießen war meinem Kumpel und vor allen Dingen seinem Sohn für diesen Tag erst einmal vergangen.

Drei Tage nach dem Muttertag hat sich dann der Nachbar bei meinem Kumpel gemeldet. Er hat um einen Gesprächstermin am darauffolgenden Samstag gebeten. Wir haben gehofft, dass sich die Lage jetzt wieder beruhigt wo sich alles geklärt hat.

Dem war leider nicht so. Der Termin ist natürlich dann nicht so gut gelaufen. Der Nachbar hat gesagt, dass er davon überzeugt ist, dass das nicht rechtens ist. Er glaubt den Aussagen der Polizisten nicht, da das ja alles junge Bürschchen sind. Er wird das nicht akzeptieren.

Mein Kumpel hat ihm dann drei Tage Zeit gegeben seinen Anhänger und sein Material vom Grundstück zu nehmen. Danach hat er die Schlösser ausgetauscht.

Das ist jetzt leider Stand der Dinge.

Wir sind hier im Recht. Trotzdem fehlt mir irgendwie die Motivation dort wieder zum Schießen hinzugehen. Ich kann mir eigentlich sicher sein, dass dann die Polizei wieder den Bauernhof stürmt.

Schießsport ist für mich ein Sport der Entspannung. Ein friedlicher Sport.

Ich wünschte der Blogbeitrag wäre nur erfunden gewesen.

Leute, bleibt sauber und macht keinen Blödsinn mit euren Luftgewehren. Schaut, dass ihr die Gesetze einhaltet. Es ist einfach viel zu gefährlich heutzutage das nicht zu tun.

Ich danke euch fürs Lesen!

 

Viele Grüße!

Andi

53 Kommentare zu „Polizei stürmt Bauernhof wegen Luftgewehr“

  1. Was dort vorgefallen ist – zeigt die Sensibilität unserer Gesellschaft. Die Menschen haben Angst vor alles. Das alles ist in der ländlichen Gegend geschehen. Ich lebe in Dortmund in einem Vorort mit ländlichem Charakter. Um uns ist sehr viel Feld und Wald zu finden ich gehe mit dem Hund 3 Minuten da stehe ich im Feld.
    Aber zum Thema.
    Mit meinem Kumpel haben wir uns monatelang bei Ihm getroffen und in seinem Schuppen mit der Lufgewehr geschossen. Er mit seinem Weihrauch, fast nagelneu und ich mit meiner Diana etwa 50 Jahre alt. Die Waffe habe ich mit 16 Jahren bekommen.
    Wir haben auf Scheiben und Fotos geschossen. Bis zum Oktober 2019 da mussten wir aufhören denn Nachbarn hatten sich über das ” Pock” beschwert.
    Wir wollten nicht weitermachen, wenn in einem Ballungsraum die Polizei aktiv wird bei einer solchen Sache – das geht durch die Medien, den Sozialen Netzwerken nicht vorstellbar was da ablaufen würde.
    Unsere Generation kannte seinerzeit mit Waffen umgehen. Verantwortungsvoll und sicher. Heute haben die liben Mitmenschen durch Medienmeldungen und Fernseh- bzw. Kinofilmen solch eine schräge Phantasie, die sehen jeden mit einer Waffe als potentiellen Verbrecher oder Terrorist an.
    Schade, denn auf Scheiben oder Fotos schießen beruhigt, der Stress ist weg, und wenn man wie ich es gemacht habe die Waffe selber zerlegt hat und Feder, Lederdichtung ersetzt hat, kommt Freude auf.
    Echt Schade – aber die Welt tickt nicht mehr so wie früher.

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    1. Hallo Theo,
      ja dem ist leider wirklich so. Das wird über die Jahre leider nicht besser. Wenn man doch sieht wie verantwortungsvoll die Schützen in Deutschland mit ihren Waffen umgehen. Ich habe mal gehört dass es 2,1 Millionen Schützen bei uns gibt. Und es passiert doch praktisch nie etwas. Natürlich ist leider immer mal ein Verrückter dabei. Aber die Verrückten nehmen auch ein Auto, ein Messer oder einen Stein um anderen zu schaden.
      Ich hoffe dass sich die Spirale nicht noch weiter dreht und dass irgendwann der Grad erreicht ist an dem wir einfach weiter machen können. Friedlich neben den anderen Bürgern mit anderen Hobbys. Das ist auch ein Grund für meinen YouTube-Kanal und meine Seite. Einfach zu zeigen dass man zwingend nicht verrückt ist oder ein Verbrechner nur weil man mit einem Gewehr schießt.
      Ich wünsche dir eine schöne Woche!
      Viele Grüße!
      Andi

      1
  2. Unfassbar! Keine Ahnung ob der Typ , möglicherweise, ganz andere Probleme hat. In seinem Kopf läuft offensichtlich irgendetwas nicht normal. Andy , mir tut das ganz schön leid. Jeder der sich für Deine Videos etc. interessiert, weiß mit Sicherheit das Du ein guter bist. Punkt! Niemand kann von außenstehenden Verständnis erwarten , was diese Person aber an unbegründeter Sturheit an den Tag legt , ist an Dummheit nicht zu toppen. Bin gespannt welche Konsequenzen Du daraus ziehst. Könnte gehen und bleiben verstehen.
    Weiterhin viel Freude an Deinem Hobby . . .

    Beste Grüße: Berni

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    1. Hey Berni,
      vielen Dank für deine netten Worte. Mittlerweile hat sich die Aufregung hier gelegt. Aber ganz ehrlich: wir haben seitdem dort kein einziges Mal mehr geschossen.
      Um die Freude am Hobby zu behalten ist mir der Frieden absolut wichtig.
      Ich danke dir dass du auf meiner Seite unterwegs bist!
      Viele Grüße und noch eine schöne Woche!
      Andi

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  3. Horst Rolla

    War mir vollkommen klar dass Du meinen Beitrag nicht freigibst, aber hoffentlich ein Grund für Dich das Hirn einzuschalten.
    Und ja, waffenrecht bleibt waffenrecht !
    Horst

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    1. Hallo Horst,
      ich habe deinen letzten Beitrag frei gegeben und beantwortet. Genauso wie ich diesen frei gebe und beantworte. Warum du mir so energisch gegenüber trittst und das unterstellst weiß ich allerdings nicht. Aber das kannst du mir vielleicht erklären…

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    2. Dann beleg doch mal wo im Waffengesetz steht, dass das Schießen mit Luftdruckwaffen unter 7,5 joule außerhalb von Schießständen verboten ist.

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  4. Also ehrlich, wenn ich das ganze so lese frag ich mich was das soll. Jeder der einen führerschein fürs auto hat weiß, innerhalb 50 km/h. Sinnvoll oder nicht, ist ein gesetz und wenn ich 70 fahr gibts halt im falle erwischt ärger. Somit hat jeder sein gaspedal selbst unterm fuss bzw. den abzug am finger. Und sorry, jeder der sich nur ein mü mit waffenrecht , sachkunde oder waffenbesitz befasst hat weiß definitiv dass das rumballern zuhause verboten ist. Was hier losgelassen wird ist genau das wo der schlechte ruf der sport- oder anderen schützen herkommt, mal nachdenken wäre evtl. sinnvoll.
    Andi, so sehr ich bisher Deine beiträge regelrecht genossen habe und amüsant fand, mit diesem beitrag hast Du dich in meiner meinung disqualifiziert als klickjäger, der von geltendem waffenrecht anscheinend keine ahnung hat. Und nochmal sorry, jemand der soetwas wider besserem wissen macht sollte entweder die klappe halten oder, alles an läufen bis zum limit strohhalm abgenommen gekommen.
    Horst

    1. Hallo Horst,
      Danke dir für deinen Kommentar!
      Beiträge die Empfehlungen zu Rechten und Pflichten geben wird es von mir auch nicht mehr so viele geben.
      Ich wünsche dir eine schöne Woche!
      Viele Grüße
      Andi

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    2. reinfried mack

      Tja horst,

      entweder missverstehe ich Deinen Artikel oder lebe in einem anderen Land (also ich lebe und bin seit knapp 40 Jahren Sportschütze in der BRD). Alles was Andi auf dem Bauernhof treibt (schiesst) liegt voll innerhalb der geltenen Bestimmungen. Aber vielleicht solltest Du dich mal über Neuerungen bezüglich der Waffengesetzgebung informieren. Also ich versteh nur Bahnhof was Du bei dieser Geschichte kritisierst.

      MfG Reinfried

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    1. Absolut. Die wird von Regierungen beeinflusst und reguliert uns kaputt. Ich hoffe ganz stark dass ich eine Ausweichplattform finde…

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